3. Kapitel
INSELREISE und eine unerwartete Geschichte über die Heimat, 2007/08


Inselreise

Im Jahr 2007 kann ich mit einem Reisestipendium des Kantons Bern für bildende Kunst und Architektur die selbst gewählte Destination, Island, bereisen.

Island ist weit und öd, schwach bevölkert, da eine grosse Fläche aus verschiedenartigem Wüstenland besteht, oder von riesigen Gletschern überzogen nicht bewohnbar ist. Ein stetiger, mehr oder weniger starker Wind bläst über die kargen Gebiete. In dieser ungewohnten Weite verliert sich die Zeit, darin verliert sich der einzelne Mensch, der vom Wind leer gefegt und zum Wartenden wird.
Wie alle anderen Reisenden kann ich mich der Eigendynamik dieses Eilandes nur kurz widersetzten. Sie schickt mich auf eine innere Wanderung. Daraus entsteht «Inselreise und eine unerwartete Geschichte über die Heimat», die von Einsamkeit, Zerrissen- und Verlassenheit aber auch von Eins sein und Geborgenheit zeugt. Es handelt von der Suche nach einem vertrauten Stück Land, einem Feld und davon, verloren Geglaubtes und neu Gefundenes wie die Teile in einem Puzzlespiel richtig aneinander zu fügen.

Die Inselreise zeigt sich als Ausstellungsinstallation, im Sinne, dass jedes Bild, jedes Objekt daraus einzeln betrachtet werden kann, aber alle Teile zusammen eine Geschichte ergeben. Sie beinhaltet 17 Bildbearbeitungen, dazu kommen dreidimen-sionale Arbeiten, die noch vor der Reise entstehen und sich als vorausblickend herausstellen. Weiter setzt sich «Sammelgut» von der Reise mit dreidimensionalen Arbeiten nach der Heimkehr zusammen.
Neben Einzelbildern wie «100% Energie», «Nierenobjekt», «little tablemountain» gibt es auch 2 Bildgruppen: «Teillandschaft 1-6» und «Weggefährte 1-4». Die Objekte haben Titel wie: «Fast ein Heimatmuseum», «Prototyp, mehrteilige Kommode auf Rädern mit Zugseil», «Höhlenkiste», «Höhlenfund» und «Eisgewächs».